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3. 3. 2001

Ziviler Friedensdienst -
eine Institution für gewaltfreie Konfliktlösung

Der Zivile Friedensdienst zielt darauf ab, die Idee der gewaltfreien Konfliktlösung zu institutionalisieren. Seine Aufgabe ist es, mittels ausgebildeter Fachkräfte gewaltvermeidend und -mindernd auf Konflikte im In- und Ausland einzuwirken. In diesem staatlich geförderten Fachdienst wirken Frauen und Männer mit Berufs- und Lebenserfahrung mit. 

Zum Hintergrund
Der Zivile Friedensdienst ist keine neue Erfindung. Die Idee, gut ausgebildete Gruppen von Friedensfachkräften aufzubauen und gegebenenfalls einzusetzen, geht auf Gandhi zurück. Er entwickelte während der Straßenunruhen in Bombay im Jahre 1922 die Vorstellung, eine "Shanti Sena" (=Friedens-Heer) aufzubauen. 
Diese Idee wurde auch in Europa aufgegriffen. Während einer Europäischen Versammlung der Kirchen 1989 regten die Delegierten die Bildung von Friedenn an. Drei Jahre später forderte die Kirchenleitung von Berlin-Brandenburg die Politiker auf, einen "Zivilen Friedensdienst" zu schaffen. Die weltweiten Erfahrungen mit Gewaltfreiheit - von Gandhi bis zum gewaltfreien Umbruch in der DDR - sowie die Erkenntnisse der Friedens- und Konfliktforschung, sollten Grundlage eines Dienstes sein, der planvoll in Krisen und gewaltsamen Konflikten interveniert.

Das forumZFD
Diese Idee wurde schon bald in vielen Gruppen diskutiert und durch den Bund für Soziale Verteidigung im April 1994 sowie durch die Kirchenleitung von Berlin-Brandenburg im Juli 1994 konkretisiert. Einen wichtiger Schritt zur gemeinsamen bundesweiten Initiative bildete die Gründung des "Forums Ziviler Friedensdienst" (forumZFD), das sich seit 1996 als gemeinnütziger Verein für diese Idee einsetzt. 

Die Nähe zum Staat
Die Regelungen der Entwicklungshilfe und der Freien Wohlfahrtspflege dienen als Vorbilder. Dort hat sich das Prinzip der Subsidiarität gut bewährt. Dies bedeutet: Der Staat ist dafür verantwortlich, daß die Bürger sozial abgesichert sind, daß z. B. genügend Krankenhaus- und Kindergartenplätze vorhanden sind. Obwohl er einen Großteil der finanziellen Mittel bereit stellt, haben die Träger der sozialen Einrichtungen im Rahmen gesetzlicher Vorgaben großen Gestaltungsfreiraum.
Der Staat sollte auch für den Zivilen Friedensdienst einen gesetzlichen Rahmen schaffen, innerhalb dessen er diejenigen Organisationen und Personen absichert und finanziell fördert, die seine ureigenste Aufgabe wahrnehmen, dem (inneren und äußeren) Frieden zu dienen. 

Alles nur Theorie?
Nicht mehr. Erste Ansätze zur Umsetzung gab es bereits Ende 1995. Den Anlaß hierzu bot der Friedensvertrag von Dayton. Die Situation in Postjugoslawien machte vielen Menschen deutlich, daß Soldaten allein den Frieden nicht bringen können. Erforderlich ist die Unterstützung derjenigen Kräfte, die an der Entfeindung der Bevölkerungsgruppen arbeiten. 
Das Land Nordrhein-Westfalen nahm diese Herausforderung an und finanzierte eine 4-monatige Ausbildung für Friedensfachkräfte, die das forumZFD zusammen mit anderen Trägern durchführte. Zwei weitere Kurse folgten. 

Konfliktbewältigung ist lernbar
Die Ausbildung berücksichtigt Vorerfahrungen und Qualifikationen der Freiwilligen. Es wird sowohl Sachkompetenz vermittelt, als auch Hilfestellung zur  Entwicklung der eigenen Persönlichkeit gegeben. Sachkompetenz ist insbesondere in der Vermittlung bei Konflikten (Mediation) und dem deeskalierenden Verhalten in Bedrohungssituationen notwendig. Die Persönlichkeitsschulung  zielt auf selbstkritische, kooperative Persönlichkeiten, die zu situationsgerechtem Nachdenken und Handeln fähig sind. Ganz konkret plant das forumZFD gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden einen neuen Ausbildungskurs.

Ein Anfang ist gemacht
Die Rot-Grüne Bundesregierung will den Zivilen Friedensdienst institutionalisieren. Knapp 6 Mill DM hat sie hierzu im Haushaltsplan 1999 zur Verfügung gestellt. Damit wird wohl erstmalig nicht nur eine Ausbildung, sondern auch der Projekt-Einsatz von Friedensfachkräften staatlich gefördert. Die Nicht-Regierungs-Organisationen sind dringend auf diese Unterstützung angewiesen, damit sie ihren Beitrag zur Konfliktbewältigung weiterhin leisten können.

Welche konktreten Ansätze zur Friedensarbteit im Rahmen eines Zivilen Friednesdienstes gesehen werden, beschreibt ein Artikel von Martin Höfflin aus der Zeitschrift "Civil-Courage": Friedensfachkräfte - Handwerker für den Frieden. (PDF-Datei, 365 kb)

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Das forumZFD ist auch mit einer eigenen Homepage im Internet. Dort finden Sie ausführliche Informationen über Hintergründe und den aktuellen Entwicklungsstand.

Eine Ausstellung über die Ideen des Zivilen Friedensdienstes ist bei uns erhältlich.


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