Kinder-
und
Jugendarbeit
update
vom
7.
5. 2001
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Qualifizierung
für zivile Konfliktbearbeitung/
Zivilen Friedensdienst Curriculum (Kurzfassung 11
/ 99)
Präambel
Das Curriculum zielt
ab auf die Qualifizierung von Friedensfachkräften, die auf unterer
oder mittlerer Ebene zur Prävention und Bearbeitung gewaltträchtiger
Konflikte beitragen. Sie sollen in Konfliktregionen solchen gesellschaftlichen
Gruppen und Institutionen beiseite stehen, die selbst an einer Transformation
der Konflikte mitarbeiten. Die späteren Fachkräfte sollen u.
a. durch fundiertes Wissen über die Konfliktlinien und deren Ursachen
in die Lage versetzt werden, in diesem Prozeß zu beraten, zu vermitteln,
zu unterstützen, an der Schaffung von Voraussetzungen für langfristige
Verständigungs- und Versöhnungsprozesse mitzuwirken und zivilgesellschaftliche
Strukturen zu stärken. Zweck der Ausbildung ist die Vorbereitung bevorstehende
konkrete Aufgaben im Ausland.
2 -
Ausbildungs-Struktur
Der Verlauf soll
sich an folgendem Modell orientieren, wobei die Pause je nach jahreszeitlichen
Bedingungen – z. B. an Weihnachten, muslimisches Fastenbrechen – frei zwischen
den Beteiligten vereinbart werden kann.
3 - Thematische
Schwerpunktsetzung (Pflichtanteil)
A Querschnittsaufgaben:
Interkulturelle
Zusammenhänge / Rechtsfragen (bes. Menschenrechtsaspekte / Gender-Problematik
/ Identitätsfragen / Tiefen-Dimension (spirituelle Aspekte) / Hinterfragen
von Motivationen / vorhandene zivilgesellschaftliche Strukturen (Administration,
Selbstverwaltung / Basisgruppen, Polizei) / kontinuierliche Rückmeldungen.
B Themen-Bereiche:
Je nach Erfahrungen
und Bedürfnis der TeilnehmerInnen wird es notwendig sein, weitere
Arbeitseinheiten für Information und Training besonders im Bereich
der Methoden und Einstellungen gewaltfreien Handelns (Zielbereich 7) durch
Nutzung der Freiräume zu verwenden.
Spezifische
Situation
Ziel 1: Gegebenheiten
der Konfliktregion verstehen und einschätzen können
Die TeilnehmerInnen
(TN) sollen u. a. länderkundliche, ökonomische und soziopolitische
Informationen über das Land, in dem ihre Projekte stattfinden, durchdenken
und sich mit Einschätzungen der verschiedenen Konflikte und Konfliktebenen
beschäftigen.
Analyse
Ziel 2: Konflikte
analysieren, verstehen und bearbeiten können
Die TN sollen u.
a. Verständnis für Abläufe von Auseinandersetzungen und
Einsicht in die entsprechenden Konfliktstrukturen gewinnen. Dabei sollen
sie konfliktanalytische Fähigkeiten entwickeln. Sie sollen Möglichkeiten
des Eingreifens abwägen.
Ziel 3: Gesellschaftliche
Entwicklungen / Ursachen verstehen und bearbeiten können
Die TN sollen u.
a. die Gegebenheiten als Elemente von Gesellschaftlichen Prozessen begreifen,
die aus bestimmten, u.a. ökonomischen, politischen, sozialen und soziokulturellen
Gründen resultieren. Sie sollen Einsicht in die Komplexität von
Gewalt gewinnen.
Ziel 4: Probleme
der Geschlechterrollen, „gender aspects“, wahrnehmen und daraus Ziele für
politische Arbeit und eigene Lebenspraxis ableiten können
Die TN sollen u.
a. erkennen, daß gesellschaftliche Konflikte geschlechtsspezifisch
unterschiedlich wahrgenommen und ausgetragen werden und daß auch
dadurch Auseinandersetzungen entstehen können. Sie sollen sich als
Teil einer auch geschlechtlich strukturierten Welt begreifen.
Konfliktbearbeitung
Ziel 5: Interkulturelle
Zusammenhänge verstehen und berücksichtigen können.
Die TN sollen u.
a. sich selbst wie die Menschen in ihrem künftigen Arbeitsbereich
als kulturspezifisch sozialisiert begreifen. Sie sollen ihre Rolle im heimatlichen
Konfliktfeld bzw. als AusländerInnen im fremden Konfliktfeld im Zusammenhang
ihres jeweiligen kulturgeprägten Hintergrundes und dessen politökonomischen
Machtstrukturen reflektieren. Sie sollen sich mit eigener und mit fremder
„nationaler Identität“ auseinandersetzen und konstruktiv mit dem ‚Anderssein‘
umgehen können.
Ziel 6: Zum Aufbau
friedensfördernder Strukturen beitragen können / Frieden schaffen
(„peace building“)
Die TN sollen u.
a. anhand konkreter Beispiele Organisationen und Projekte sowie entsprechende
Verfahren kennenlernen, die zu friedensfördernden Strukturen beitragen.
Sie sollen die besonders relevanten Aspekte von Versöhnung und Vermittlung
begreifen. Sie sollen eine Verwirklichung selbst skizzierter Strategien
üben.
Ziel 7: Gewaltfreiheit:
Einstellungen und Methoden einschätzen und bewußt praktizieren
können.
Die TN sollen sich
u. a. mit Gewaltfreiheit als ziviler gesellschaftlicher Alternative und
Handlungsoption auseinandersetzen. Sie sollen eigene diesbezügliche
Motive, Wertungen und Aktivitäten reflektieren. Sie sollen gewaltfreie
Interventionsmethoden sowie anderes gewaltfreies Handeln einüben.
Gruppen-Kompetenz
und technische Fertigkeiten
Ziel 8: In Gruppen
/ Teams mitwirken können
Die TN sollen Kompetenz
in Kleingruppenarbeit erwerben, indem sie sich mit Konsens- und Entscheidungsfindung
vertraut machen, Erfahrungen in der Moderation gewinnen und lernen, teambezogene
eigene Standpunkte einzunehmen und zu erläutern.
Ziel 9: Technische
Fähigkeiten einsetzen können
Die TN sollen militärtechnische
Instrumente und ihre Wirkungsweise sowie militärische Strukturen (Aufbau,
Rangordnungen, Selbstdefinition) durchschauen. Sie sollen sich zugleich
sensibilisieren für die entsprechenden Gefährdungen bzw. allseitige
Rollenerwartungen.
Individuelle
Entwicklung
Ziel 10: Individuelle
Entwicklung
Die TN sollen u.
a. fähig werden, das eigene Verhalten kritisch zu betrachten, ihre
Interessen zu formulieren und vermittelbare Positionen in Konflikten zu
beziehen. Sie sollen trainieren, die persönlichen Kraftquellen zu
erhalten und zu nutzen, und sich auf Schwäche, Erschöpfung und
schwierige Situationen vorbereiten.
Dazu gehören
auch die wöchentliche Reflexion des Kursgeschehens, Freiräume,
freies Lernen, Exkursionen, Vertiefungen etc.
Praxisphase
Durch eine Praxisbegegnung,
die integrativ geplant und reflektiert wird, kann die Ausbildung eine neue
Dimension gewinnen. Es ist deutlich, daß es sich nur um eine „Begegnung
mit der Praxis“ handeln kann, denn für ein Praktikum, das die Anwendung
des theoretischen Erfahrenen in verschiedenen Zusammenhängen unter
fachkundiger Begleitung ermöglicht, ist auch dieser Zeitraum zu knapp
bemessen.
Die Praktikumsphase
ist mit drei Wochen ausgewiesen, um inhaltliche Vor- und Nachbereitungen
zu ermöglichen und organisatorische Erfordernisse wie An- und Abreise
zu berücksichtigen.
Spezialisierungkurse
Spezialisierungkurse
gehen über das Angebot von Vertiefungen und Neigungsgruppen hinaus.
Sie werden vor Kursbeginn mit den Projektträgern abgesprochen. Dazu
wird den Projektträgern ein Angebot gemacht, das jedoch auch Wahlmöglichkeiten
über diesen Rahmen hinaus nicht ausschließt, falls die Projektträger
und ihre Fachkräfte ausreichend genaue Vorstellungen über ihren
Bedarf haben.
Mitglieder
der AG-Päd bis Ende 2000:
Anke Siebel (KURVE),
Konrad Tempel (BSV),
Eva-Maria Willkomm
(Oekumenischer Dienst),
Stefan Willmutz
(forumZFD),
Wiebke Jung (Oekumenischer
Dienst),
Traude Rebmann (forumZFD)
Mitglieder
der AG-Päd seit Anfang 2001:
Katharina Schulz
(KURVE),
Konrad Tempel (BSV).
N.N., N.N.
aus der Broschüre:
"Wege
zum Friedensdienst", Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Qualifizierung
für zivile Konfliktbearbeitung/Zivilen Friedensdienst
AG
Qualifizierung, Wesselstraße 12, 53113 Bonn, Tel.: 0228-9814473
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