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update vom 15. 12. 2001

EKD-Synode unterstützt Dekade zur Überwindung von Gewalt: 
Beschluss der Synode
Kundgebung der Synode
Bericht des Rates der EKD

Der Bschluss: Die Synode bittet den Rat der EKD, gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland Wege aufzuzeigen, wie sich die EKD und ihre Gliedkirchen an der ökumenischen "Dekade zur Überwindung von Gewalt" beteiligen können. Der Rat wird gebeten, der Synode über den Fortgang der Dekade im nächsten Jahr zu berichten. 

Braunschweig, den 9. November 2000 
Der Präses der Synode der EKD, Schmude 
 

Auszug aus dem Kundgebungstext der EKD-Synode:
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Kirchen auf der Suche nach Versöhnung und Frieden 

„Wo wir selbst im Frieden Gottes leben und ihn je neu erfahren, werden wir fähig zum Friedenstiften unter den Menschen und gegenüber der Kreatur." (Rat der EKD, Juli 1986) 

Wir begrüßen den Aufruf des ÖRK zu einer „Ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt" (2001 - 2010). Wir müssen gemeinsam die biblischen und theologischen Grundlagen des christlichen Friedenshandelns vertiefen und uns der Formen von Gewalt in unserer eigenen Geschichte bewusst werden. Das Problem der Gewalt gegen Frauen und Kinder bedarf der besonderen Aufmerksamkeit. Wir suchen nach einer Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit auf allen Ebenen menschlichen Zusammenlebens. Wir wollen mit den ökumenischen Organisationen und unseren Partnerkirchen das Engagement für Frieden und Versöhnung in Kriegs- und Konfliktgebieten fortsetzen. 

Wir rufen die Kirchen und Gemeinden dazu auf, die Dekade zu unterstützen und sich an ihr zu beteiligen. Wir begrüßen die von der ACK in Deutschland ausgehenden Impulse. In möglichst vielen Bereichen des Gemeindelebens, im Gottesdienst, im Unterricht, in Kindergärten oder in der Erwachsenenbildung, müssen die Überwindung von Gewalt, die friedliche Konfliktschlichtung und der Aufbau einer Kultur des Friedens thematisiert werden. Lokale Aktionsbündnisse sollten ins Leben gerufen und die Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und Initiativen gesucht werden. 

Die Entwicklung von Initiativen zur Gewaltprävention und zur zivilen Konfliktbearbeitung, der Ausbau ziviler Frieden und die Vermittlung von Friedenskräften in Konfliktgebieten sind konkrete Umsetzungen der Anliegen der Dekade zur Überwindung von Gewalt. Für die EKD, ihre Gliedkirchen und Werke liegen heute gerade darin zentrale Aufgaben ihres Friedenshandelns. 
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Braunschweig, den 9. November 2000 
Der Präses der Synode der EKD, Schmude 
 

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Auszug aus dem Bericht des Rats der EKD: 
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4.2.4 Gemeinsam vor der Herausforderung der Zukunft - Die ökumenische Dekade "Gewalt überwinden" 

Wie schon bei der Reise einer Delegation des Rates im vergangenen Jahr nach Indien wurden wir in diesem Jahr bei unserem Besuch in Indonesien mit einem gewaltsam ausgetragenen innerstaatlichen Konflikt konfrontiert. Die christliche Minderheit ist in diesem weitgehend islamisch geprägten Staat Übergriffen und Verfolgungen ausgesetzt. Die Situation ist jedoch komplex und kann nicht auf die religiösen Aspekte des Konflikts reduziert werden. Scharfmacher und Provokateure gibt es auf beiden Seiten. Für die christlichen Kirchen, mit denen wir gesprochen haben, war unser Besuch ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit und der konkreten Solidarität, auch dadurch, dass unsere Delegation ein Gespräch über die Situation mit dem Staatspräsidenten Wahid führen konnte. Natürlich sind die Möglichkeiten für eine Vermittlung zwischen den Konfliktparteien bei einer solchen Reise sehr begrenzt. Doch ein solcher Besuch stellt Öffentlichkeit her und bietet die Chance, allen Konfliktbeteiligten deutlich zu machen, dass diejenigen, die vor Ort ein Ende der Gewalt fordern und Brücken der Verständigung bauen wollen, unsere Unterstützung haben. 

Bei der Ratsreise ins südliche Afrika brachten die Kirchen Namibias gegenüber der EKD-Delegation ihre große Sorge über den Krieg in Angola sowie die damit verbundene unsichere Lage im Grenzgebiet zu Namibia und die sich häufenden Landminenunfälle zum Ausdruck. 

Das Leiden des angolanischen Volkes und die besorgniserregenden Auswirkungen auf den Norden Namibias müssen von der Völkergemeinschaft stärker wahrgenommen werden. Die Delegation bittet die Evangelische Konferenz für das südliche Afrika (EKSA), diesem Konflikt besondere Aufmerksamkeit zu schenken und sich in Zusammenarbeit mit ökumenischen Partnern am Prozess der Friedensförderung zu beteiligen. 

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Ich erwähne das, um auf die weltweite Eröffnung der ökumenischen Dekade zur Überwindung der Gewalt am 4. Februar 2001 auf der Sitzung des Zentralausschusses des ÖRK in Potsdam bzw. in Berlin hinzuweisen. 

Bei der Suche nach Wegen des Friedens und der Gewaltlosigkeit sehe ich für die nächsten Jahre in drei Bereichen eine besondere Verantwortung der EKD und ihrer Gliedkirchen: 

1.  Gewaltprävention in unseren Häusern und Familien 
Noch immer halten zwei Drittel aller Eltern körperliche Strafen für ein legitimes Mittel der Erziehung. Gewalt gegen Frauen und der sexuelle Missbrauch von Kindern gehören zu den Schattenseiten unserer Gesellschaft. 

2.   Präventionsmaßnahmen gegen rassistisch motivierte Gewalt 
Wir dürfen nicht hinnehmen, was wir in den letzten Wochen und Monaten erlebt haben. Die Gewalt gegen Menschen anderer Hautfarbe, die Attacken gegen jüdische Gotteshäuser und der Telefonterror gegen Repräsentanten jüdischer Organisationen erlauben keine Passivität. Eine umfassende, unsere ganze Gesellschaft einschließende Antwort muss darauf gegeben werden. Als Kirche haben wir unseren Beitrag zu leisten, von gemeindepädagogischen Konzepten über diakonische Projekte für arbeitslose Jugendliche bis hin zu Mahnwachen oder Telefonkettenaktionen. 

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3. Gewaltprävention in zwischen- und innerstaatlichen Konflikten 
Die Bilder vom Kosovo-Krieg sind uns noch gegenwärtig und schon werden wir erschüttert von der Eskalation der Gewalt in Israel und in den palästinensischen Autonomiegebieten. Noch im Sommer gab es Hoffnungen, dass die israelisch-palästinensischen Verhandlungen zum Abschluss eines Friedensvertrages führen könnten. Zum ersten Mal war die Jerusalem-Frage ausdrücklich in die Verhandlungen einbezogen. Nun ist die Verzweiflung groß, denn die derzeitigen Auseinandersetzungen vor Ort haben an den Rand eines Krieges geführt. Über 170 Tote, darunter viele Kinder, und tausende Verwundete, überwiegend auf palästinensischer Seite, sind zu beklagen. 

Auch auf dem Gelände der Kaiserin Auguste Victoria-Stiftung der EKD mit dem vom LWB betriebenen Auguste Victoria-Hospital und dem Zentrum für Pilger- und Touristenseelsorge der EKD in der Himmelfahrtkirche ist geschossen worden. 

Nach einer Zeit vorsichtiger Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben beider Völker und ihrer Nachbarn haben die Extremisten beider Seiten die Auseinandersetzungen eskalieren lassen. 

Der Konflikt droht um eine zusätzliche Dimension verschärft zu werden: 
religiöse Stätten sind Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen geworden. 

In diesem Zusammenhang erinnere ich an die Erklärungen des Ökumenischen Rates - zuletzt 1998 in Harare - zum Status von Jerusalem. Danach ist Jerusalem "eine heilige Stadt für die drei monotheistischen Religionen - Judentum, Christentum und Islam". Diese sind gemeinsam dafür verantwortlich, "sicherzustellen, dass die Anhänger aller drei Religionen Zugang zu dieser Stadt haben und dort einander begegnen und miteinander leben können..." 
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Braunschweig, den 5. November 2000 
Präses Manfred Kock 

Kontaktadresse:
Tim Kuschnerus 
Referat Oekumene 
Kirchenamt der EKD 
Herrenhäuser Str. 12 
D-30419 Hannover 

Telefon: 0049 511 2796 425 
Fax:     0049 511 2796 717 
E-Mail:  tim.kuschnerus@ekd.de 
http://www.ekd.de


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