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EKD-Synode
unterstützt Dekade zur Überwindung von Gewalt:
Beschluss der Synode Kundgebung der Synode Bericht des Rates der EKD Der Bschluss: Die Synode bittet den Rat der EKD, gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland Wege aufzuzeigen, wie sich die EKD und ihre Gliedkirchen an der ökumenischen "Dekade zur Überwindung von Gewalt" beteiligen können. Der Rat wird gebeten, der Synode über den Fortgang der Dekade im nächsten Jahr zu berichten. Braunschweig, den
9. November 2000
Auszug
aus dem Kundgebungstext der EKD-Synode:
„Wo wir selbst im Frieden Gottes leben und ihn je neu erfahren, werden wir fähig zum Friedenstiften unter den Menschen und gegenüber der Kreatur." (Rat der EKD, Juli 1986) Wir begrüßen den Aufruf des ÖRK zu einer „Ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt" (2001 - 2010). Wir müssen gemeinsam die biblischen und theologischen Grundlagen des christlichen Friedenshandelns vertiefen und uns der Formen von Gewalt in unserer eigenen Geschichte bewusst werden. Das Problem der Gewalt gegen Frauen und Kinder bedarf der besonderen Aufmerksamkeit. Wir suchen nach einer Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit auf allen Ebenen menschlichen Zusammenlebens. Wir wollen mit den ökumenischen Organisationen und unseren Partnerkirchen das Engagement für Frieden und Versöhnung in Kriegs- und Konfliktgebieten fortsetzen. Wir rufen die Kirchen und Gemeinden dazu auf, die Dekade zu unterstützen und sich an ihr zu beteiligen. Wir begrüßen die von der ACK in Deutschland ausgehenden Impulse. In möglichst vielen Bereichen des Gemeindelebens, im Gottesdienst, im Unterricht, in Kindergärten oder in der Erwachsenenbildung, müssen die Überwindung von Gewalt, die friedliche Konfliktschlichtung und der Aufbau einer Kultur des Friedens thematisiert werden. Lokale Aktionsbündnisse sollten ins Leben gerufen und die Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und Initiativen gesucht werden. Die Entwicklung von
Initiativen zur Gewaltprävention und zur zivilen Konfliktbearbeitung,
der Ausbau ziviler Frieden und die Vermittlung von Friedenskräften
in Konfliktgebieten sind konkrete Umsetzungen der Anliegen der Dekade zur
Überwindung von Gewalt. Für die EKD, ihre Gliedkirchen und Werke
liegen heute gerade darin zentrale Aufgaben ihres Friedenshandelns.
Braunschweig, den
9. November 2000
........... 4.2.4 Gemeinsam vor der Herausforderung der Zukunft - Die ökumenische Dekade "Gewalt überwinden" Wie schon bei der Reise einer Delegation des Rates im vergangenen Jahr nach Indien wurden wir in diesem Jahr bei unserem Besuch in Indonesien mit einem gewaltsam ausgetragenen innerstaatlichen Konflikt konfrontiert. Die christliche Minderheit ist in diesem weitgehend islamisch geprägten Staat Übergriffen und Verfolgungen ausgesetzt. Die Situation ist jedoch komplex und kann nicht auf die religiösen Aspekte des Konflikts reduziert werden. Scharfmacher und Provokateure gibt es auf beiden Seiten. Für die christlichen Kirchen, mit denen wir gesprochen haben, war unser Besuch ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit und der konkreten Solidarität, auch dadurch, dass unsere Delegation ein Gespräch über die Situation mit dem Staatspräsidenten Wahid führen konnte. Natürlich sind die Möglichkeiten für eine Vermittlung zwischen den Konfliktparteien bei einer solchen Reise sehr begrenzt. Doch ein solcher Besuch stellt Öffentlichkeit her und bietet die Chance, allen Konfliktbeteiligten deutlich zu machen, dass diejenigen, die vor Ort ein Ende der Gewalt fordern und Brücken der Verständigung bauen wollen, unsere Unterstützung haben. Bei der Ratsreise ins südliche Afrika brachten die Kirchen Namibias gegenüber der EKD-Delegation ihre große Sorge über den Krieg in Angola sowie die damit verbundene unsichere Lage im Grenzgebiet zu Namibia und die sich häufenden Landminenunfälle zum Ausdruck. Das Leiden des angolanischen Volkes und die besorgniserregenden Auswirkungen auf den Norden Namibias müssen von der Völkergemeinschaft stärker wahrgenommen werden. Die Delegation bittet die Evangelische Konferenz für das südliche Afrika (EKSA), diesem Konflikt besondere Aufmerksamkeit zu schenken und sich in Zusammenarbeit mit ökumenischen Partnern am Prozess der Friedensförderung zu beteiligen. Ich erwähne das, um auf die weltweite Eröffnung der ökumenischen Dekade zur Überwindung der Gewalt am 4. Februar 2001 auf der Sitzung des Zentralausschusses des ÖRK in Potsdam bzw. in Berlin hinzuweisen.Bei der Suche nach Wegen des Friedens und der Gewaltlosigkeit sehe ich für die nächsten Jahre in drei Bereichen eine besondere Verantwortung der EKD und ihrer Gliedkirchen: 1. Gewaltprävention
in unseren Häusern und Familien
2. Präventionsmaßnahmen
gegen rassistisch motivierte Gewalt
Die Bilder vom Kosovo-Krieg sind uns noch gegenwärtig und schon werden wir erschüttert von der Eskalation der Gewalt in Israel und in den palästinensischen Autonomiegebieten. Noch im Sommer gab es Hoffnungen, dass die israelisch-palästinensischen Verhandlungen zum Abschluss eines Friedensvertrages führen könnten. Zum ersten Mal war die Jerusalem-Frage ausdrücklich in die Verhandlungen einbezogen. Nun ist die Verzweiflung groß, denn die derzeitigen Auseinandersetzungen vor Ort haben an den Rand eines Krieges geführt. Über 170 Tote, darunter viele Kinder, und tausende Verwundete, überwiegend auf palästinensischer Seite, sind zu beklagen. Auch auf dem Gelände der Kaiserin Auguste Victoria-Stiftung der EKD mit dem vom LWB betriebenen Auguste Victoria-Hospital und dem Zentrum für Pilger- und Touristenseelsorge der EKD in der Himmelfahrtkirche ist geschossen worden. Nach einer Zeit vorsichtiger Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben beider Völker und ihrer Nachbarn haben die Extremisten beider Seiten die Auseinandersetzungen eskalieren lassen. Der Konflikt droht
um eine zusätzliche Dimension verschärft zu werden:
In diesem Zusammenhang
erinnere ich an die Erklärungen des Ökumenischen Rates - zuletzt
1998 in Harare - zum Status von Jerusalem. Danach ist Jerusalem "eine heilige
Stadt für die drei monotheistischen Religionen - Judentum, Christentum
und Islam". Diese sind gemeinsam dafür verantwortlich, "sicherzustellen,
dass die Anhänger aller drei Religionen Zugang zu dieser Stadt haben
und dort einander begegnen und miteinander leben können..."
Kontaktadresse:
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2796 425
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