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Homepage im Amt für Evangelische Kinder- und Jugendarbeit
Kinder- und
Jugendarbeit

Bomben bringen keinen Frieden - 
Friedensprozesse schon jetzt in Gang setzen

Das forumZFD als ein Verbund gesellschaftlicher Initiativen, die sich für zivile und gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten einsetzen, verfolgt die Gewalteskalation in Jugoslawien mit großer Betroffenheit. Wir verurteilen die menschenverachtende Behandlung der Kosovo-Albaner durch die serbische Regierung. Wir halten jedoch das NATO - Bombardement.zur Eindämmung des Unrechts weder für effektiv noch für  völkerrechtlich zulässig. Wir bedauern außerordentlich, daß auch die neue deutsche Bundesregierung keinen anderen Weg gesehen hat, als sich an der massiven militärischen Intervention der NATO zu beteiligen.

Wir schließen uns den zahlreichen Aufrufen vieler Bürger, Friedensforscher und Politiker an und fordern die Verantwortlichen auf beiden Seiten auf, zum Primat der Politik vor dem Militär zurückzukehren und eine konstruktive Denkpause verbunden mit einer Unterbrechung des Bombardements einzulegen, in der bestehende Friedenskonzepte geprüft werden. 

Mit aller Entschiedenheit warnen wir vor der Ausweitung der Kampfhandlungen durch den Einsatz von Bodentruppen. Diese würden den Krieg und das Leiden beträchtlich verlängern, auch die letzten Albaner aus dem Kosovo vertreiben und wirksame Hilfe für die Flüchtlinge ganz wesentlich erschweren. Die Zahl menschlicher Opfer und  das Maß der  Zerstörungen würden sich unvorhersehbar erhöhen und Friedensverhandlungen und daran anknüpfende Befriedungsmaßnahmen hätten eine weit schwierigere Ausgangslage.

Als erster Schritt aktiver Friedensbemühungen ist eine mehrtägige Waffenruhe zu vereinbaren.  Diese muß zu wirksamer Überlebenshilfe für die Flüchtlinge und vor allem zu Friedensgesprächen unter gleichberechtigter Beteiligung der Konfliktparteien und besonders auch Rußlands genutzt werden. Wir sehen in einer darauf folgenden „Großen Balkankonferenz" als gemeinsame Initiative von VN und OSZE eine wichtige Chance, Lösungen für die gesamte Region zu entwickeln und - auch unter Einbezug finanzieller Aufbauhilfe-  anzubahnen.

Je eher die Kampfhandlungen beendet werden, umso mehr steigen die Chancen für die schwierige, aber dringend notwendige  Versöhnungs- und Vermittlungsarbeit in der Nachkriegsphase, auf die wir uns bereits heute vorbereiten müssen. Diese wird, so erkennen weitsichtige Politiker und und Nichtregierungsorganisationen schon jetzt, nicht weniger persönlichen Einsatz und  entschlossenen politischen Willen erfordern wie die militärische Intervention. Auch  die  Kosten für derartige Einsätze einschließlich der nötigen Wiederaufbauhilfe werden kaum geringer sein als die z.Zt. für Deutschland veranschlagten 6 Millionen DM pro Tag für die Militäreinsätze. Das forumZFD bemüht sich darum, die Einsicht dafür zu wecken und zu verbreiten, daß frühzeitige und effektive Gewaltprävention ungleich weniger Kosten verursacht hätte. 

Wir erinnern die Bundesregierung an den im Koalitionsvertrag niedergelegten politischen Willen: „Deutsche Außenpolitik ist Friedenspolitik! Grundlagen sind dabei die Beachtung des Völkerrechts und das Eintreten für Menschenrechte, Dialogbereitschaft, Gewaltverzicht und Vertrauensbildung.... Die Bundesregierung setzt sich für den Aufbau einer Infrastruktur zur Krisenprävention  und zivilen Konfliktbearbeitung ein..." Das forum Ziviler Friedensdienst erwartet die eindeutige Umsetzung dieser Vereinbarung. Wir fordern: Das Mißverhältnis hinsichtlich der bereitgestellten finanziellen und personellen Resourcen für militärische Maßnahmen gegenüber zivilen Friedensbemühungen muß endlich überwunden werden.

Erfahrungen in der  Konfliktbearbeitung  haben bewiesen: Aus der scheinbar einzigen Alternative „Sieg oder Niederlage" gibt es positive Auswege, die sich dem selbstbewußten und dialogbereiten Konfliktpartner durch kreative und konstruktive Problemlösung auftun. Die Souveränität und moralische Überlegenheit einer Konfliktpartei kann sich auch einem unmenschlich erscheinenden Gegenüber nicht nur durch einen militärischen Sieg erweisen, sondern auch durch  die Bereitschaft, aus der Gewaltspirale auszubrechen, auf den Gegner zuzugehen und  den ersten Schritt zu tun. Politische Lösungen sind möglich, sobald ein Waffenstillstand derartige Schritte erlaubt.

Wir fordern die Verantwortlichen daher auf:
Geben sie dem Frieden eine neue Chance - und eröffnen sie damit die Möglichkeit zur Einleitung  dauerhafter Friedensprozesse unter Mitwirkung der Zivilgesellschaft in Deutschland und vor Ort. Das forumZFD und seine Mitgliedsorganisationen bieten dafür ihre aktive Mitwirkung und Unterstützung an.

Nähere Informationen über den Zivilen Friedensdienst finden Sie hier.


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