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Jesus
Christus - das Leben der Welt
Auszüge aus der ÖRK-Vollversammlung in Vancouver 1983 Angesichts der atomaren
Hochrüstung und damit der Bedrohung jeglichen Lebens Anfang der 80er
Jahre kam die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen im
Jahre 1983 in Vancouver unter der Hoffnung und Gewissheit zusammen, dass
Jesus Christus als Gott des Lebens Kraft für die Überwindung
der Lebens-Krise gibt. Die Texte der Versammlung sprechen aus einem prophetischen
Geist. Aus dieser Versammlung entstand zunächst der Wunsch nach einem
Friedenskonzil der Kirchen, der später im sogenannten "Konziliaren
Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung"
mündete.
V. Schlußbemerkungen23. Christus regiert die Welt. Sein Volk ist berufen, an seinem Kampf gegen die dämonischen Mächte teilzunehmen.24. Die Kirchen sind aufgerufen, ein unerschütterliches und treues Zeugnis abzulegen. Als Verbündete derjenigen, die sich für Freiheit einsetzen, müssen die Kirchen Zeugnis ablegen vom Reich des Lammes und müssen zu einem untrüglichen Zeichen der Hoffnung in der Welt werden. VI. Empfehlungen an die Kirchen für ökumenisches Handeln25. Zusammenkommen in einem Bunda) Die Kirchen sollten auf allen Ebenen - Gemeinden, Diözesen und Synoden, Netzwerken christlicher Gruppen und Basisgemeinschaften - zusammen mit dem ÖRK in einem konziliaren Prozeß zu einem Bund zusammenfinden:
c) Wir sollten die häretischen
Kräfte verwerfen, die den Namen Christi oder die Bezeichnung "christlich"
dazu mißbrauchen, die Mächte des Todes zu rechtfertigen.
5.1. Erklärung zu Frieden und Gerechtigkeit1. Die Menschheit lebt heute im Schatten eines Wettrüstens, das intensiver, und Unrechtssystemen, die weiter verbreitet, gefährlicher und kostspieliger sind, als die Welt je erlebt hat. Nie zuvor war die Menschheit der totalen Selbstzerstörung so nahe wie jetzt. Nie zuvor haben so viele Menschen unter der Herrschaft von Entbehrung und Unterdrückung gelebt.2. Im Schatten dieser Bedrohung sind wir hier auf der Sechsten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (Vancouver, 1983) zusammengekommen, um unseren gemeinsamen Glauben an Jesus Christus, das Leben der Welt, zu verkündigen und der Welt zuzurufen:
Atomwaffen und Abrüstung16. Wir rufen die Kirchen, vor allem jene in Ost- und West-Europa und in Nordamerika auf, ihre Bemühungen zu verdoppeln, um ihre Regierungen zu überzeugen, daß sie auf dem Verhandlungsweg zu einer Einigung gelangen und daß sie sich jetzt, bevor es zu spät ist, von den Plänen, in Europa zusätzliche oder neue Atomwaffen zu stationieren, abwenden und daß sie sofort damit beginnen, die vorhandenen Atomstreitkräfte zu verringern und dann völlig abzubauen.19. Seit der Vollversammlung von Nairobi hat der ÖRK eine Reihe von Konsultationen und Konferenzen durchgeführt und den Kirchen dadurch Gelegenheit gegeben, ihr Verständnis für diese Probleme zu vertiefen. Daraus gingen wichtige Berichte und Empfehlungen an die Kirchen hervor, die zu konkreter Aktion aufrufen. Die vorläufig letzte Veranstaltung dieser Reihe war das Öffentliche Hearing über Atomwaffen und Abrüstung 1981 in Amsterdam. Der veröffentlichte Bericht enthält sorgfältige und gründliche Analysen und formuliert dringende Aufgaben für die Kirchen. Wir fordern die Kirchen erneut dringend auf, diese Berichte aufmerksam zu lesen und ihren Empfehlungen zu folgen. 20. Der Zentralausschuß rief die Kirchen dringend auf, einer Anzahl von Punkten, die im Bericht über das Hearing von Amsterdam entwickelt wurden, besondere Aufmerksamkeit zu schenken, und bat sie um eine klare Stellungnahme. Wir möchten diesen Aufruf bekräftigen und folgende Punkte nochmals aufgreifen:
"Wir glauben, daß für die Kirchen die Zeit gekommen ist, klar und eindeutig zu erklären, daß sowohl die Herstellung und Stationierung als auch der Einsatz von Atomwaffen ein Verbrechen gegen die Menschheit darstellen und daß ein solches Vorgehen aus ethischer und theologischer Sicht verurteilt werden muß. Die Frage der Atomwaffen ist aufgrund ihrer Tragweite und der drohenden Gefahren, die sie für die Menschheit mit sich bringt, eine Frage christlichen Gehorsams und christlicher Treue zum Evangelium. Wir sind uns bewußt, daß eine solche Erklärung der Kirchen nicht zur Abschaffung von Atomwaffen führen wird. Aber sie wird die Kirchen und ihre Mitglieder zu einer grundlegenden Prüfung ihrer eigenen impliziten oder expliziten Unterstützung einer Politik veranlassen, die indirekt oder direkt auf dem Besitz und dem Einsatz dieser Waffen aufbaut." Wir rufen die Kirchen dringend auf, ihre Regierungen - und zwar vor allem die jenigen Länder, die über Atomwaffen verfügen oder verfügen könnten - nachdrücklich aufzufordern, ein völkerrechtliches Instrument auszuarbeiten und zu ratifizieren, mit dem sowohl der Besitz-- als auch der Einsatz von Atomwaffen als Verbrechen gegen die Menschheit geächtet werden kann. Wir bitten die Kirchen außerdem, ihre Regierungen zu drängen, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen anzuerkennen und die Möglichkeiten für einen gewaltfreien Ersatzdienst zu schaffen. 26. Auf dieser Grundlage und im Geiste des Aufrufs der Fünften Vollversammlung an die Kirchen, "ihre Bereitschaft (zu) betonen, ohne den Schutz von Waffen zu leben", sind wir der Überzeugung, die Christen sollten Zeugnis dafür ablegen, daß sie es ablehnen, sich an einem Konflikt zu beteiligen, bei dem Massenvernichtungswaffen oder andere Waffen, die wahllos alles zerstören, eingesetzt werden. 27. Wir geben diese Erklärung aus tiefem seelsorgerlichem Verantwortungsbewußtsein ab. Es wird für die Christen und Kirchen nicht einfach sein, nach diesen Überzeugungen zu leben, und wir erkennen an, daß die Konsequenzen dieser Überzeugungen für manche sehr viel schwerwiegender sein werden als für andere. Wir äußern diese Überzeugungen nicht, um andere zu verdammen oder zu verurteilen, sondern wir bekennen gleichzeitig unsere Schwäche und rufen die Kirchen und Christen auf, einander in Liebe zu unterstützen, so sind wir miteinander bestrebt, unserer gemeinsamen Berufung gerecht zu werden, unseren einen Herrn Jesus Christus, den Friedefürst, das Leben der Welt, zu verkündigen und ihm zu dienen. |
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