Homepage der Landeskirche
Homepage
Landeskirche
Arbeitsstelle Frieden
Home
.

.
E-Mail
Homepage im Amt für Evangelische Kinder- und Jugendarbeit
Kinder- und
Jugendarbeit

Gottes Gaben - Unsere Aufgabe
Die Erklärung von Stuttgart
(Auszüge)

Zur Einführung
In der ersten Hälfte der achtziger Jahre wurden in den Kirchen unseres Landes und in der Weltchristenheit die Stimmen immer deutlicher vernehmbar, die einen beispielhaften gemeinsamen Einsatz der Christen für den Geist des Friedens zwischen den Völkern und eine gerechtere Ordnung des Zusammenlebens in der einen Welt forderten. Das kam zum Ausdruck nicht nur in Erklärungen der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der EKD, sondern ebenso auch der Synoden und Leitungsgremien praktisch aller Kirchen unseres Landes. Nicht zuletzt aber wurde auch das wachsende Engagement und Drängen zahlreicher Gruppen von Christen, des Deutschen Evangelischen Kirchentages und des Deutschen Katholikentages unüberhörbar. Es war dann die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Vancouver 1983, die mit diesem Streben nach einem dauerhaften Frieden den Appell zur Bewahrung der uns anvertrauten Schöpfung Gottes verband, indem sie die Kirchen aufrief, dazu gemeinsam in einen konziliaren Prozeß des Nachdenkens und gemeinsamen verbindlichen Handelns einzutreten.

Die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) griff im Mai 1987 die an sie gerichtete Bitte auf, erstmalig in ihrer 40jährigen Geschichte die Kirchen der Bundesrepublik zu einem Forum für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einzuladen. Anliegen dieses Forums sollte es sein, die biblisch-theologischen, die geistlichen und ethischen Aspekte des Themas zu entfalten. Das Forum sollte Zeugnis für Jesus Christus geben, der unsere Gerechtigkeit und unser Frieden ist. Das Forum sollte auch eine größere Gemeinsamkeit in unseren Antworten auf die Überlebensfragen unserer Zeit ermöglichen.

Alle Vollmitglieder und zwei Gastmitglieder der Arbeitsgemeinschaft nahmen die Einladung, das Forum mitzutragen, an und bildeten einen Vorbereitungsausschuß, der alsbald seine Arbeit aufnahm; die drei übrigen Gastmitglieder entsandten Beobachter. Die 120 von den Kirchen entsandten Delegierten sowie Beobachter, darunter auch eine Reihe aus den Kirchen in benachbarten Staaten, trafen sich, umgeben von einer noch weit größeren Schar von Christen in einem von ökumenischen Gruppen organisierten Begleitprogramm, erstmalig im April 1988 in Königstein/Taunus zu intensiven Beratungen, um ihre Erfahrungen und ihre biblischen Einsichten auszutauschen. Sie trugen dort erste Bausteine zusammen, um zu einer gemeinsamen Sicht und zu Handlungsvorschlägen zu kommen. Viele Menschen in unserem Lande arbeiteten in den Sommermonaten mit diesen ersten Berichten weiter, und es gingen Hunderte von Rückäußerungen und Ergänzungsvorschlägen ein, die bei der Vorbereitung für das zweite Treffen der Delegierten des Forums in Stuttgart mit berücksichtigt wurden.

So kam es nach weiterer Beratung vom 20. bis 22. Oktober in Stuttgart zu der folgenden Erklärung, die gemeinsame Erkenntnisse der beteiligten Kirchen festhält und Fragen nennt, an denen weiter gearbeitet werden muß. Sie stellt keinen Abschluß des Prozesses dar, sondern will den Kirchen, Gruppen und regionalen Versammlungen zu weiterem Nachdenken helfen und sie zum Handeln ermuntern, damit ihre Stimme deutlicher vernehmbar und Schritte des Glaubensgehorsams klarer erkennbar werden, zum Lobe Gottes und zum Wohl der Menschen unserer Zeit wie der kommenden Generationen.

zuim Seitenanfang

1. Theologische Grundlegung
1.3

Die Zugänge zu ethischen Maßstäben sind auch unter Christen oft verschieden. Während sich der eine vorwiegend an den Geboten und dem Vorbild Jesu zu orientieren sucht, bemüht sich der andere, die Grundnorm des Liebesgebotes in den Mittelpunkt zu stellen, um von daher der Verantwortung vor Gott durch das Bedenken der voraussehbaren Handlungsfolgen gerecht zu werden. Die beiden Zugänge schließen einander jedoch nicht aus, sondern ergänzen sich, vorausgesetzt, daß sie darauf gerichtet sind, den einen Willen Gottes für das eigene Handeln zu erkennen und zu tun.
Deshalb müssen Christen sich gegenseitig befragen, ob sie genügen bereit sind, die biblischen Gebote in ihren Überlegungen und Entscheidung ernst zu nehmen und ihr eigenes Handeln durch das Bemühen um Sachinformationen und das Bedenken seiner Folgen zu qualifizieren. Das gemeinsame Wort, das Christen und Kirchen zu ethisch wichtigen Problemfeldern finden, hat nur dann einen eigenen Wert und eine Chance, gehört zu werden, wenn es sowohl evangeliumsgemäß als auch sachgemäß ist. Für ein solches Wort brauchen wir den Dialog, das hör- und lernbereite gemeinsame Suchen und die Bereitschaft zum gemeinsamen Handeln in der Verantwortung vor Gott.
Trotz aller Unterschiede finden wir uns als Christen in der gemeinsamen Überzeugung der richtenden und heilschaffenden Gegenwart Gottes, in der Liebe zu allen Menschen und in der Achtung vor der Würde alles Geschaffenen. Dieses gemeinsame Fundament ist auch der Grund unserer Hoffnung, daß Gott seine Schöpfung nicht aufgibt, sondern sie durch Gefährdungen, Beschädigungen und Zerstörungen hindurch heilen und vollenden will, und daß er uns aufruft, ihn für diese Gaben dankbar zu preisen und die uns geschenkte Freiheit in Verantwortung vor ihm, voreinander und vor unseren Mitgeschöpfen zu gebrauchen.
zuim Seitenanfang

3. Frieden

3.5 Handlungsschritte

Die zuständigen Kirchenleitungen werden gebeten, eine aus den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen zusammengesetzte ökumenische Arbeitsgruppe für Friedensethik einzurichten. Sie soll die unterschiedlichen Ansätze und Traditionen diskutieren, Gemeinsamkeiten herausarbeiten, besondere Problemfelder benennen und praktische Handlungsschritte erarbeiten.
....
Die Bereitschaft junger Menschen, in Freiwilligendiensten persönlich dem Frieden und der Versöhnung zu dienen, sollte durch die Kirchen anerkannt werden, indem ihr Dienst konzeptionell und finanziell unterstützt wird.
Gruppenreisen nach Osteuropa sollten gründlich vorbereitet, begleitet und ausgewertet werden, da nur so ein Beitrag zur Verständigung und Versöhnung erzielt werden kann. Dazu sind verstärkt Seminare und geeignete pädagogische Dienste anzubieten.

In der Erziehungs- und Bildungsarbeit, die die Kirchen im schulischen und außerschulischen Bereich leisten, muß dem Zusammenhang zwischen Frieden und Gerechtigkeit besondere Aufmerksamkeit zukommen. Hier bestehen unwiederbringliche Chancen, Einstellungen und Verhaltensweisen zu fördern, die einen gewaltfreien Umgang mit täglichen Konflikten fördern.


zuim Seitenanfang
Arbeitsstelle Frieden
Im Amt für Evang. Kinder- und Jugendarbeit der Evangelischen Landeskirche Baden
Blumenstr. 1-7 · 76133 Karlsruhe · Telefon 0721/9175-468, · Telefax O721/9175-479
 E-mail: webmaster@friederle.de