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Kinder-
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Jugendarbeit
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update
vom
22. 3. 2001
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Erklärung
zur nuklearen Abrüstung,
zur NATO-Politik und der Haltung der Kirchen
aus dem Ökumenischen
Rat der Kirchen
Bei der Vollversammlung
des OeRK 1983 in Vancouver äußerte die Weltgemeinschaft der
Kirchen als gemeinsame Überzeugung: „Wir glauben, dass für die
Kirchen
die Zeit gekommen ist, klar und deutlich zu erklären, dass sowohl
die Herstellung und Stationierung als auch der Einsatz von Atomwaffen ein
Verbrechen gegen die Menschheit darstellen und dass ein solches Vorgehen
aus ethischer und theologischerSicht verurteilt werden muss... Ferner schlagen
wir vor, eine weltweite Übereinkunft zu schaffen, durch die Atomwaffen
und atomare Kriegsführung zu unrechtmäßigen Mitteln erklärt
und als Verstoß gegen das Völkerrecht verurteilt werden.“
(Bericht aus Vancouver 1983,
hg. von Walter Müller-Römheld,
Verlag Otto Lembeck, Frankfurt
a.M. 1983, ISBN 3 87476 212 2, S.102 und 165).
Daraus wurden eine Reihe
von Schlussfolgerungen gezogen. Das Thema blieb der ökumenischen Bewegung
erhalten. Bei der Sitzung in Potsdam befasste sich der Zentral-ausschuss
als das Leitungsgremium zwischen den Vollversammlungen erneut mit der Frage
der Abschaffung der Atomwaffen.
Die globale Bedrohung, die
durch die Existenz von Atomwaffen entstanden ist, hat mit dem Ende des
Kalten Krieges nicht aufgehört. Die Überprüfungskonferenz
zum Vertrag über die Nichtverbreitung von Atomwaffen (NVV), die im
Mai 2000 stattgefunden hat, endete mit der „eindeutigen Zusicherung der
Nuklearmächte, die vollständige Abschaffung ihrer Atomwaffenarsenale
zu erreichen." Allerdings verlaufen viele andere Entwicklungen der letzten
Jahre - die Ablehnung des Vertrags über einen umfassenden Teststopp
durch den US-Senat, die zunehmende Nuklearfähigkeit südasiatischer
Staaten, die Beibehaltung der in den Zeiten des Kalten Krieges praktizierten
Atompolitik durch die USA und Russland - in die entgegengesetzte Richtung:
zur unabsehbaren Fortführung und sogar zur Ausbreitung des Nuklearpotenzials.
Die bedrohlichen Aussichten auf den Bau eines Raketenabwehrschilds werden
die atomare Rüstungskontrolle und die Abrüstungsbemühungen
weiter gefährden. (...)
Die
Agenda für nukleare Abrüstung
(...) Das Schlussdokument
der jüngsten NVV-Überprüfungskonferenz, das im Konsens-verfahren
angenommen wurde, enthält ein umfangreiches Paket von Prinzipien und
Maßnahmen im Blick auf die zukünftige atomare Abrüstungspolitik.
Dazu gehört u.a. „die eindeutige Zusage der Nuklearmächte, die
vollständige Abschaffung ihrer Atomwaffen-arsenale zu erreichen" (jedoch
ohne Angabe eines Zeitpunkts, bis zu dem dies erreicht sein könnte)
sowie die Befürwortung einer Reihe von Zwischenschritten. (...)
Die Resolution zur „Neuen
Agenda", die auf der letzten Tagung der UN-General-versammlung (2000) von
einer überwältigenden Mehrheit angenommen wurde, baut direkt
auf dem NVV-Schlussdokument auf. Zu den Ländern, die für die
Resolution stimmten, gehörten China, die Vereinigten Staaten, das
Vereinigte Königreich und alle NATO-Mitglieder mit Ausnahme Frankreichs,
das sich der Stimme enthielt. Nur drei Länder - Israel, Indien und
Pakistan, die drei Nuklearmächte also, die nicht zu den Unterzeichnerstaaten
des NVV gehören -, stimmten gegen die Resolution. Eine Handvoll anderer
Staaten enthielt sich der Stimme.
Diese Beschlüsse machen
deutlich, dass es gegenwärtig einen Beinah-Konsens zur allgemeinen
Ausrichtung der globalen Agenda für nukleare Abrüstung gibt (...).
Nuklearpolitik
der NATO
Die Beschlüsse, die
die NATO-Mitgliedstaaten individuell oder kollektiv zu zentralen Fragen
der Nuklearpolitik fassen werden, werden von entscheidender Bedeutung für
Erfolg oder Misserfolg der atomaren Abrüstungsagenda sein.
In ihrem neuen Strategischen
Konzept von 1999 bekräftigte die NATO formell ihre Position, dass
Atomwaffen „die höchste Garantie für die Sicherheit der Alliierten"
darstellen und dass die NATO „in vorhersehbarer Zukunft" nicht auf sie
verzichten wird. Die Allianz kam jedoch auch überein, eine interne
Überprüfung ihrer Nuklearpolitik vorzunehmen, einschließlich
von „Optionen für vertrauensbildende und Sicherheit schaffende Maßnahmen,
Überwachung, Nichtverbreitung und Rüstungskontrolle sowie Abrüstung".
Die Ergebnisse dieser Überprüfung
wurden dem Nordatlantikrat im Dezember 2000 vor-gelegt. Der Bericht hielt
den Status quo in der Nuklearpolitik aufrecht (...). Signifikanterweise
hält der Bericht jedoch fest, dass ,“die Staaten der Allianz sich
gemäß Art. Vl des NW weiter verpflichten, Verhandlungen über
wirksame Maßnahmen zur frühzeitigen Beendigung des nuklearen
Wettrüstens und zur atomaren Abrüstung und über einen Vertrag
über allgemeine und umfassende Abrüstung unter strenger und wirksamer
internationaler Aufsicht in gutem Glauben fortzuführen." Er enthält
auch die Zusage, dass die NATO die Durchführung der 13 Einzelmaßnahmen,
die während der NW-Überprüfungskonferenz im Jahr 2000 geplant
und in der Resolution über die „Neue Agenda" bekräftigt wurden,
unterstützt. All dies sind positive Schritte.
Leider enthält der
Bericht jedoch keine Angaben dazu, wie die NATO diese Verpflichtungen umzusetzen
gedenkt (...).
Die
Stimmen der Kirchen
(...) Im April 1999 schickten
der Kanadische Rat der Kirchen, die Konferenz Europäischer Kirchen
und der Nationalrat der Kirchen Christi in den USA ein gemeinsames Schreiben
an alle NATO-Mitgliedstaaten, in dem sie erklärten: „Im Gegensatz
zu den Thesen des gegenwärtigen strategischen Konzepts der NATO stellen
Atomwaffen keine Sicherheits-garantie dar und können dies auch niemals
tun. Sie schaffen nur Unsicherheit und Gefahren, da sie die Vernichtung
des Lebens selbst und die Zerstörung des globalen Ökosystems,
von dem alles Leben abhängt, in Aussicht stellen."
Die Räte riefen die
Regierungen aller NATO-Mitglieder auf, sicherzustellen, dass die NATO-Politik
die Unterstützung der NATO für eine rasche globale Beseitigung
von Atomwaffen bestätigt (...). Als Teil derselben Initiative sandte
der Ökumenische Rat der Kirchen ein ähnliches Schreiben an die
Regierungen aller Nuklearmächte, die nicht Mitglieder der NATO sind.
Konsultation
zur NATO-Politik
Vor kurzem war der OeRK Mitveranstalter
einer internationalen Konsultation (vom 5.- 6. Oktober 2000 in Brüssel;
d. Red.) von Kirchenvertretern und -vertreterinnen, die sich mit der Ausarbeitung
einer wirksamen Reaktion der Kirchen auf die Revision der Nuklearpolitik
durch die NATO befassten. (...)
Die Konsultation beschloss,
der ökumenischen Gemeinschaft zu empfehlen, sich direkt am laufenden
NATO-Überprüfungsprozess zu beteiligen und den NATO-Mitgliedsstaaten
wie auch der NATO selbst nahe zu legen, sich an die Verpflichtungen zu
halten, die sie im Nichtverbreitungsvertrag eingegangen sind und die Kirchen
von der Notwendigkeit zu überzeugen, ihr Friedenszeugnis mit neuer
Energie abzulegen und ihm Rahmen der Dekade zur Überwindung von Gewalt
Aufklärungsinitiativen zu der fortbestehenden Bedrohung durch Atomwaffen
zu ergreifen, das Bewusstsein der Öffentlichkeit dafür zu schärfen
und Lobbyarbeit zu leisten.
Oekumenische
Delegation in NATO-Staaten
(...) Eine Möglichkeit
für die ökumenische Gemeinschaft, sich unmittelbar am NATO-Überprüfungsprozess
zu beteiligen, wäre die Entsendung einer Delegation von kirchlichen
Verantwortlichen aus einer repräsentativen Zahl von OeRK-Mitgliedskirchen
zu Gesprächen mit Ministern und Regierungsbeamten in wichtigen NATO-Ländern,
die über keine Atomwaffen verfügen. (...) Diese Gespräche
könnten auch dazu dienen, für größere Transparenz
und öffentlichen Zugang zu den Entscheidungsprozessen der NATO in
Nuklearfragen zu plädieren. Zusätzlich könnten diese Besuche
mithelfen, das öffentliche Bewusstsein in der ökumenischen Gemeinschaft
und darüber hinaus für die weiter bestehende Bedeutung der atomaren
Abrüstung zu schärfen.
(Es folgt die auf den vorstehenden
Ausführungen basierende kurze Erklärung des Exekutivausschusses
zur nuklearen Abrüstung.)
Aus: Oekumenischer Rat der
Kirchen, Zentralausschuss, Potsdam, 29.Januar - 6. Februar 2OO1, Dokument
Nr. Pl 5 (Vollständiger Text im Internet: www.wcc-coe.org)
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