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update vom
26. 1. 2001

Forum Friedensethik gegründet

Am 21 .Januar 2000 trafen sich ca. 40 Frauen und Männer zur Gründung eines Forum Friedensethik in der Landeskirche Baden

Der EPD hat dazu eine Pressemeldung veröffentlicht:
"Karlsruhe (epd). Das ,,Forum Friedensethik in der Evangelischen Landeskirche Baden" hat sich konstituiert. Die Gruppierung wolle ein ethisches Urteil entwickeln mit Kriterien, die aus der biblischen Botschaft gewonnen werden, erklärte der Mitinitiator; Pfarrer Albert Schäfer (Weinheim), bei der Gründungsversammlung. Der Kosovo-Krieg habe gezeigt, dass die friedensethische Debatte noch lange nicht zu Ende sei. Befürworter und Gegner von Militäreinsätzen hätten sich damals auch innerhalb der Kirche plötzlich gegenüber gestanden. In dieser Frage Leitlinien zu entwickeln und in die Öffentlichkeit hinein zu vermitteln, sei eine der Aufgaben des neuen Forums.
Außerdem sollen, so Schäfer, unterschiedliche Meinungen miteinander ins Gespräch gebracht und ,,das Ringen um die Urteilsbildung institutionalisiert und damit qualifiziert werden". Eine Basis für die Arbeit der Forumsmitglieder bilde die Identifizierung mit der badischen Landeskirche. Dabei werde Wert auf die ethische Grundlegung des politischen Urteils gelegt. ,,Wir wollen die christliche Stimme im Stimmengewirr der Welt deutlich vermelden lassen", sagte der Theologe. Das Forum will mit anderen Gruppen und Organisationen sowie mit der Kirchenleitung zusammen arbeiten und das Interesse der Kirchenmitglieder in den Gemeinden gewinnen."

Wir möchten die epd-Meldung ergänzen, mit den Themen, die die Teilnehmerinnen des Gründungstreffens als Aufgabe des Forums einbrachten:

Friedensethik:
Die Auseinandersetzung mit Kirchenmännern, die sich positiv oder gar nicht zur militärischen Intervention der Nato verhalten hatten und sich somit im Gegensatz zu aktuellen friedenspolitischen Grundsatzaussagen der evangelischen Kirche stellten, sollte gesucht werden. Deshalb müsste das Forum auch mit den landeskirchlichen Gremien ins Gespräch kommen und versuchen die Friedensfrage in unserer Kirche wach zu halten.
Einer der Teilnehmer fragte nach dem ,,prophetischen Anteil unseres Glaubens". Wie eine Antwort darauf klang die Vision eines anderen Teilnehmers: ,,Eine Evangelische Friedenskirche Baden".

Militär und Rüstung:
Hierbei wurden vor allem Fragen nach der Rolle der neuen Nato und die Frage nach der Zukunft einer (europ.) Außen- und Sicherheitspolitik gestellt. Befürchtet wurde, dass es durch die Wiedereinführung des Krieges als politisches Mittel zu einer Militarisierung der Gesellschaft kommen könnte.

Krieg und Menschenrechte:
Ihre Sorge um eine Instrumentalisierung der  Menschenrechte für militärische Zwecke brachten viele Teilnehmerinnen zum Ausdruck. Es wurde auch der Wunsch nach einer Aufarbeitung der ,,Kriegspropaganda" im Jugoslawienkrieg geäußert.
Viele TeilnehmerInnen votierten für die Förderung der Zivilen Konfliktprävention und insbesondere des Zivilen Friedensdienstes. Sie möchten das Forum als Lobbyisten für diesen noch wenig geförderten Weg der gewaltfreien Konfliktprävention verstehen. Mehrfach wurde auch nach der Friedensforschung gefragt, von der wenig zu hören sei.

Dekade zur Überwindung von Gewalt:
Mehrfach wurde die ,,Dekade zur Überwindung von Gewalt" angesprochen, die auch ein Thema für die badische Landeskirche sein sollte. Im Rahmen der Dekade sollte vor allem die Friedenspädagogik gefördert werden (Lernen mit Konflikten umgehen). Der anwesende landeskirchliche Beauftragte für die Dekade, Pfarrer Dietrich Zeilinger, freute sich über dieses Interesse und wünschte sich das Forum als beratendes Gremium bei der Umsetzung der Dekade.