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Kinder-
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Jugendarbeit
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update
vom 24. 3. 2003
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Dem Krieg
widerstehen ist ChristInnenpflicht!
Bischof i.R. Dr. Christoph
Demke für die EAK*
Der am 20. März 2003 begonnene
Krieg gegen den Irak, der vom Regierungssprecher der Vereinigten Staaten
als ‚Beginn der Entwaffnung’ dieses seit 1991 unter UNO-Kontrolle weithin
abgerüsteten Landes bezeichnet wurde, hat keine internationale Rechtsgrundlage.
Er verstößt darüber hinaus gegen das Gewaltverbot der Charta
der Vereinten Nationen, deren Mittel ziviler Konfliktbearbeitung längst
nicht ausgeschöpft worden sind. Zahlreiche UNO-Mitgliedsstaaten haben
sich sehr dafür eingesetzt; dieses Engagement zur Vermeidung
eines Krieges hätte mehr Erfolg verdient.
Die wahren Motive, die zur Entscheidung
des amerikanischen Präsidenten für diesen Krieg geführt
haben, sind im Dunkeln geblieben: Geopolitische, militärische und
materielle Interessen der politischen Führung der Vereinigten Staaten
und ihr Weltmachtverständnis sind offensichtlich sehr viel stärker
gewichtet worden, als das Bemühen um die Entwaffnung und Beseitigung
eines diktatorischen Regimes, das vor Jahren nicht ohne Zutun der Vereinigten
Staaten und anderer Länder entstanden und bewaffnet worden ist. Auch
wenn die propagierte Befreiung der irakischen Bevölkerung, die zuerst
Opfer der militärischen Gewalt ist, vom Joch der Unterdrückung
schließlich gelingen und das Land eine demokratische Verfassung erhalten
sollte, bleibt die Frage, ob diese Ziele nicht politisch zu erreichen gewesen
wären: durch gemeinsames Fortsetzen der völkerrechtlich legitimierten
Anstrengungen im Rahmen der Vereinten Nationen. Im denkbaren - und erhofften
- Fall einer raschen Beendigung des Krieges warnen wir dringend vor einer
kurzschlüssigen Argumentation, Krieg als Mittel der Politik neu zu
rechtfertigen. Im Fall lang anhaltender Kämpfe werden diese den Anachronismus
und die moralische Verwerflichkeit des Krieges bestärken. Wir hoffen
und beten aber, dass der irakischen Bevölkerung dieses Leid erspart
bleiben wird. Unsere Fürbitte gilt auch allen Kriegsgefangenen, die
ein Recht auf menschenwürdige Behandlung haben.
Die christlichen Kirchen der Welt haben
sich entschieden gegen diesen Krieg ausgesprochen und eingesetzt. Dafür
sind wir dankbar, auch wenn wir bedauern, dass diese Mahnungen und Warnungen
von den politischen Entscheidungsträgern der kriegführenden Staaten
ignoriert worden sind. Auf alle politisch Verantwortlichen kommt nun die
Aufgabe zu, aus dieser gefährlichen Krise der Weltordnung gemeinsam
Schlüsse zu ziehen, die eine Wiederholung des diplomatischen Debakels
in der Vorgeschichte dieses Krieges verhindern können: Verbesserung
und Verfeinerung der Sanktionsmechanismen der UN und nachhaltiges gemeinsames
Durchsetzen eindeutiger UNO-Beschlüsse.
Die weltweiten Proteste und Aktionen zivilen
Ungehorsams gegen diesen Krieg, vor allem vieler junger Menschen, lassen
uns hoffen, dass in vielen Ländern die Bemühungen verstärkt
werden, Methoden ziviler, gewaltloser Konfliktbearbeitung zu fördern.
Das sollte und könnte zu einer Stärkung des Völkerrechts
und zur Weiterentwicklung des Humanitären Völkerrechts führen,
das für alle Menschen gilt, für Soldaten wie für Zivilisten.
Es verpflichtet Soldaten, die Befehle geben und die Befehle erhalten, zu
individueller Verantwortlichkeit für ihr Handeln und sichert ihnen
das Menschenrecht der Gewissensfreiheit zu, jeden Befehl zu verweigern,
der die Menschenwürde verletzt oder eine Straftat beinhaltet. Auch
für diese Form von Widerstand innerhalb des Militärs dürfte
der Irak-Krieg Anlaß geben, nicht nur für ChristInnen!
*Evangelische
Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer (EAK)
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