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update vom
20. 1. 2003

Wort des Landesbischofs an die Gemeinden

Liebe Schwestern und Brüder in unseren Gemeinden, 

viele von uns haben Angst vor einem drohenden Krieg im Irak, der den Tod Tausender Menschen, weiteres Elend und die Verwüstung ganzer Landstriche zur Folge hätte. Die Auswirkungen auf benachbarte Länder und die Weltlage insgesamt ist nicht abzuschätzen.

Selbst ohne ein Mandat der UNO sind die USA bereit, im Alleingang diesen Krieg durchzusetzen. Diese Praxis verstößt gegen den ökumenischen Konsens der christlichen Friedensethik: Es muss eine Instanz geben, die von allen Nationen anerkannt wird und die dann als ultima ratio einen Krieg erklären darf, wenn alle anderen Vermittlungsversuche versagt haben. Aber nur dann! Diese Instanz kann allein die UNO sein. Durch die Kriegsandrohung ernennt Präsident Bush die USA zu einer Weltmacht, die sich über internationales Recht erhebt.

Als Christenmenschen haben wir angesichts dieser internationalen Unordnung eine Verpflichtung: Mit den uns möglichen Mitteln müssen wir eine weltweite Friedensordnung unterstützen. Wir wissen uns darin einig mit vielen Christen in den USA. Für den Frieden können wir uns einsetzen, indem wir persönliche Vorurteile abbauen und ins Gespräch treten, miteinander und mit den politisch Verantwortlichen vor Ort, mit den Ortsvereinen der Parteien, den Gemeinderäten und Abgeordneten.

Seit Februar hat die Bundesrepublik turnusgemäß den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat, dem Sie seit kurzem angehört. Damit übernimmt unsere Bundesregierung eine besondere Verantwortung, die Vereinten Nationen zu stärken. Hierin sollen wir unsere Regierung unterstützen.

Ich hoffe, dass die weltweiten Mahnungen christlicher Kirchen nicht ungehört bleiben.
Bei all unserem Tun dürfen wir jedoch nicht nachlassen, für den Frieden zu beten. "Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein", das haben die Kirchen der Welt vor mehr als 50 Jahren erklärt. Darum wollen wir Gott um Frieden bitten. Ihn wollen wir bitten, allen Völkern die Einsicht zu geben, eine rechtliche Friedensordnung anzuerkennen. 

Das "Reich des Friedens" wird es in dieser Welt nicht geben. Es ist keine menschliche und geschichtliche Möglichkeit, sondern Gottes Verheißung und Werk. Aber seine Verheißung ermutigt uns, Kriegen auf dieser Welt zu wehren. Sie verpflichtet uns, für den Frieden zu beten und friedenspolitisch zu wirken, indem wir gegen die existierenden Konflikt- und Kriegsursachen angehen.

Es grüßt Sie herzlich,
Landesbischof Dr. Ulrich Fischer im Januar 2003


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