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Kinder-
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Jugendarbeit
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Frieden in Gerechtigkeit
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1. Europäische Ökumenische Versammlung
1. Wir haben uns hier in Basel versammelt,
um gemeinsam zu prüfen, was der Heilige Geist den Kirchen heute sagt.
Wir sind uns der tödlichen Bedrohung bewußt, vor der die Menschheit
heute steht. Aber Gott ist ein Gott des Lebens, der vom Werk seiner Hände
nicht abläßt. Vielmehr ruft Gott uns auf, von Ungerechtigkeit,
Gewalt und Ausbeutung abzulassen. Gottes Ruf zur Umkehr ist die Tür
zum Leben.
2. Wir danken Gott, dem Schöpfer alles
Seins; wir danken Gott dem Sohn, der die Welt mit dem Vater versöhnt
hat und allen Menschen, dem einzelnen wie der Menschheit, das Heil anbietet;
und wir danken Gott, dem Heiligen Geist, der Leben schenkt und vollendet.
Wir freuen uns auf das Kommen des Gottesreiches, in dem sich Frieden und
Gerechtigkeit umarmen und die ganze Schöpfung erneuert wird, und wir
sind dankbar für jedes Zeichen der Gottesherrschaft, das schon jetzt
unter uns sichtbar wird.
3. Die Europäische Ökumenische
Versammlung Frieden in Gerechtigkeit vom 15.-21. Mai in Basel hat sich
als wichtiger Markstein in der ökumenischen Zusammenarbeit erwiesen.
Die Entscheidung, die Europäische Versammlung Frieden in Gerechtigkeit
zu veranstalten, wurde 1986 auf der Vollversammlung der KEK getroffen.
Wir, nahezu 700 Delegierte aus den 120 Mitgliedskirchen der Konferenz Europäischer
Kirchen (KEK) und den 27 Bischofskonferenzen des Rates der Europäischen
Bischofskonferenzen (CCEE), freuen uns über die breitgestreute Vertretung
aus den Kirchen und Völkern Europas. Gleichzeitig nehmen wir mit Bedauern
zur Kenntnis, daß keine in Albanien beheimateten Christen an der
Versammlung teilnehmen konnten. Der Beschluß der KEK folgte dem Aufruf
der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Vancouver
1983 an seine Mitgliedskirchen, in einen "konziliaren Prozeß gegenseitiger
Verpflichtung (Bund) für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung
der Schöpfung einzutreten ". Von den meisten Mitgliedskirchen der
KEK wird die Basler Versammlung auch als Beitrag zu diesem "konziliaren
Prozeß" verstanden. Andere an der Versammlung beteiligte Kirchen
möchten den Begriff "konziliarer Prozeß" lieber nicht benutzen,
aber alle in Basel vertretenen Kirchen sind sich einig in ihrer Verpflichtung
zu einem ökumenischen Prozeß des Friedens, der Gerechtigkeit
und der Bewahrung der Schöpfung.
4. Wir sehen in unserer Versammlung in
Basel eine Gelegenheit zu gemeinsamem Gebet, zur Beratung und Vergewisserung,
und wir hoffen und erwarten, daß der Heilige Geist sie gebraucht
zur Versöhnung, Erneuerung und Veränderung der Kirchen, indem
er sie näher an die Wahrheit des Evangeliums heranführt und ihre
Solidarität und Liebe untereinander stärkt. Wir sind überzeugt,
daß sich die Christen auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens zusammentun
müssen, um eine gemeinsame Antwort auf die Bedrohung zu finden, die
über der Zukunft der Menschheit hängt. Ihr Zeugnis und Leben
ist von entscheidender Bedeutung. Wir freuen uns über die vielen Kräfte
in unseren Kirchen und Gesellschaften, die bereits für Gerechtigkeit,
Frieden und eine tiefere Achtung vor dem Recht aller Geschöpfe arbeiten.
Wir freuen uns, daß wir in diesem Kampf nicht allein stehen. Grundlage
unserer Verpflichtung ist der Glaube an Jesus Christus. Wir suchen auch
den Dialog mit Menschen anderen Glaubens und anderer Weltanschauungen,
die unsere Sorgen teilen. Der Weg in eine gesicherte Zukunft kann nur durch
gemeinsame Anstrengung gefunden werden.
5. KEK und CCEE haben uns zusammengerufen.
Wir sprechen hier als Delegierte der Kirchen in Europa. Auch wenn unsere
Kirchen noch keine volle Gemeinschaft haben, wollen wir gemeinsam Zeugnis
von dem Glauben ablegen, aus dem wir als Christen leben. Mit dem Text dieser
Erklärung wenden wir uns vor allem an die Kirchen, ihre Mitglieder,
an Gruppen und einzelne. Unser Hauptanliegen ist eine neue christliche
Antwort auf die Zeichen der Zeit. Gerade durch unsere Kirchen wollen wir
Regierungen und Gesellschaften anreden.
6. Der Aufbau dieses Dokumentes folgt den
drei Schritten "Sehen, Urteilen, Handeln". Ausgehend von einer Beschreibung
der Situation (Kap.2) werden in den nachfolgenden Kapiteln die Elemente
unseres gemeinsamen Glaubens und unserer Umkehr beschrieben (Kap. 3 u.
4). Der letzte Teil konzentriert sich auf Aussagen, Empfehlungen und praktische
Verpflichtungen für die Zukunft Europas (Kap. 5 und 6).
7. Die Intensität des Interesses und
der Verpflichtung der Kirche für die Bereiche Frieden, Gerechtigkeit
und Bewahrung der Schöpfung sowie das tatkräftige Engagement
anderer gesellschaftlicher Gruppen auf dessen Gebieten ist für uns
eine Quelle erneuter Hoffnung und Ermutigung.
6. Grundsätzliche
Aussagen, praktische Verpflichtungen, Empfehlungen und Ausblicke auf die
Zukunft
6.1 Aussagen und Verpflichtungen
(...)
71. Als Delegierte der europäischen Kirchen
verpflichten wir uns dazu, in unseren Kirchen und Gesellschaften für
Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einzutreten. Wir
fordern die Kirchen in Europa auf, in ihren jeweiligen Ländern und
weltweit ebenso zu handeln. Zu dieser Verpflichtung gehören persönliche
Erneuerung und die Veränderung der Strukturen als zwei Seiten derselben
Medaille.
(...)
75. Wir betrachten es als lebenswichtig
für die Menschheit, den Krieg als Institution abzuschaffen und die
auf Massenvernichtungswaffen gestützte Abschreckung zu überwinden.
Wir empfinden es als eine Notwendigkeit, die Welt fortschreitend von allen
Massenvernichtungswaffen zu befreien. Wir verpflichten uns zu einer gewaltfreien
Beilegung von Konflikten in der ganzen Welt. Wir wollen zum Aufbau einer
internationalen Friedensordnung beitragen. Insbesondere müssen wir
gemeinsam konkrete Abkommen eingehen, welche die Grundlage für eine
internationale Friedensordnung bilden.
(...)
77. Als Christen leben wir in Gottes Bund
mit uns und der ganzen Schöpfung. Wir gehören alle zu dem einen
Leib Christi. Weil Gott unsere Herzen und Gedanken verändert, schließen
auch wir als Christen einen Bund untereinander. Ihm, unserem Gott sind
wir zur vorrangigen Treue verpflichtet. Alle anderen Loyalitäten (gegenüber
Staat, Kultur oder sozialer Gruppe usw.) sind demgegenüber zweitrangig.
Hier liegt der Grund für unser Eintreten für Gerechtigkeit, Frieden
und Bewahrung der Schöpfung.
6.2 Empfehlungen
(...)
80. Wir regen die Bildung von ökumenischen
"Schalom-Diensten" an. Frauen und Männer, die sich in solchem Dienst
engagieren, werden ihre eigene Kirche als Teil des dienenden Volkes Gottes
unter allen Völkern erkennen. Wir verpflichten uns, diesen aktiven
Geist des Schalom auszubreiten.
86. Frieden
a) Da die europäischen Kirchen davon
überzeugt sind, daß der Krieg nach dem Willen Gottes nicht sein
darf, sollte alles getan werden, um die internationalen Mechanismen zur
friedlichen Konfliktlösung zwischen den Völkern auszubauen, z.
B. durch internationale Abkommen, durch die Anerkennung internationaler
Gerichtshöfe etc. Diese Bemühungen sollten sich darauf richten,
die Institution des Krieges zu überwinden. Friedensförderung
muß den Vorrang vor Kriegsverhinderung haben.
i) Auf allen Ebenen in den Kirchen und
der Gesellschaft muß die Erziehung zum Frieden entwickelt und gefördert
werden mit dem Ziel der friedlichen Konfliktlösung. Zu jeder Zeit
müssen gewaltfreie Alternativen bei der Konfliktlösung Priorität
erhalten. Gewaltlosigkeit muß als aktive, dynamische und konstruktive
Kraft verstanden werden, die von unbedingter Achtung vor der menschlichen
Person ausgeht.
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